Wachsende Ansprüche an die medizinische Versorgung und steigende Kosten der in den Krankenhäusern erbrachten Leistungen haben ein immer grösser werdendes Interesse an der Effizienz der Versorgungseinheit Krankenhaus und damit an der Qualität der Ergebnisse dort erbrachter medizinischer Behandlung bewirkt.
Der Begriff Qualität ist häufig sehr allgemein formuliert. Dieser Mangel bewirkt
u.a., dass es kein anwendbares Qualitätsmass gibt. Alle derzeitigen Versuche die
Qualität von Gesundheitseinrichtungen erfassbar zu machen, basieren auf der Gegenüberstellung
von Soll-
Qualität der Behandlung und Qualitätssicherung sind auch im Zusammenhang mit der Intensivmedizin von grosser Bedeutung, da die Intensivmedizin die schwerstkranken Patienten betreut, die aufwendigsten Behandlungskonzepte umsetzt und sehr teuer ist.
Intensivtherapiestationen sind technologisch höchst anspruchsvolle Arbeitswelten mit einer Vielzahl komplizierter interaktiver Prozessabläufe. Diese zeichnen sich durch einen hohen Produktionsdruck aus, der die Leistungsfähigkeit der Menschen im Arbeitsprozess stark beansprucht. Daraus resultiert ein hohes Störungsrisiko. Störungen des Behandlungsprozesses tragen den Charakter von Mängeln in der Prozesssicherheit mit unterschiedlicher Tragweite. Fehler im Prozessablauf beeinträchtigen die Qualität des Behandlungsprozesses, die patientenorientiert, sicher, zeitgerecht, effektiv und effizient sein soll.
Viele Qualitätssicherungsprogramme basiert auf einer klassischen Modellbildung, die
drei wesentliche „quality-
Die Gewährleistung der Patientensicherheit und die Bemühungen um Fehlervermeidungs-
Zur Messung, Wichtung und zum Vergleich einer Ergebnisqualität versucht man auch in der Intensivmedizin Indikatoren zu benutzt, um Aussagen über die wahrscheinliche Gesamtergebnisqualität zu machen. Mögliche Indikatoren sind beispielsweise die Änderung der Beatmungeffekte unter Lagerungstherapie, eine Verkürzung der Behandlungstage durch Änderungen eines Beatmungsmusters, der Einfluss von Hygienemassnahmen auf die Häufigkeit des Auftretens nosokomialer Infektionen, die frühzeitige und zielorientierte Anwendung spezieller Therapiemassnahmen u.a.
Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle sind in den letzten Jahren zu oft gebrauchten Begriffen geworden, mit denen die Bedeutung der Auseinandersetzung mit Fragen der Effizienz der Intensivmedizin unterstrichen werden soll. Die Qualität eines Behandlungsprozesses kann sich an sehr einfachen Fragestellungen orientieren: Machen wir das Richtige und machen wir das Richtige mit den richtigen Mitteln? Das Anlegen von Datenfriedhöfen durch Ablage all dessen was messbar erscheint oder das kritiklose Erfassen von Zertifizierungskriterien allein ist jedenfalls dabei dabei nicht hilfreich.
Grosse Bedeutung erlangt auch in zunehmendem Masse die Auseinandersetzung mit Fragen von Fehlentscheidungen, Fehlbedienungen, Irrtümern, subjektiven Beurteilungen nicht objektiver Gegebenheiten und anderer Fehler bei der Behandlung kritisch Kranker, die nicht selten fatale Konsequenzen haben.
Iatrogene Ereignisse infolge fehlerhafter Organisations-
Für die Intensivmedizin ist es derzeit noch nicht umfassend sichergestellt, dass eine landesweite, ganzheitliche Qualitätssicherungskonzeption, die all diesen Bedingungen Rechnung tragen könnte, in absehbarer Zeit etabliert werden könnte.
Dies ist aber dringend notwendig zumal das gesamte Gesundheitssystem gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen viel nachzuholen hat, wenn die Qualität der Leistungen effektiv kontrolliert und gesichert werden soll.